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MSV Schwalbe feiert Jubiläum

Vom Segler bis zum Jet
6. September: MSV Schwalbe feiert Jubiläum / Rückblick:
Text aus dem Generalanzeiger Lüchow

Damnatz (bv). Die Modellflugbegeisterten und –interessierten im Kreisgebiet und der näheren Umgebung treffen sich wieder am Samstag, 6. September ab 10 Uhr auf dem Fluggelände in Damnatz - und diesmal zu einem Jubiläum: Dort veranstaltet der hiesige und seit 40 Jahren etablierte Modellflugverein Schwalbe Dannenberg e. V. seinen traditionellen „Tag der offenen Tür“, unterstützt von befreundeten Modellflugvereinen und Piloten.

Segler, Motorsegler und Motormodelle für Training, Kunstflug oder als Juxmo delle mit Spannweiten von 80 cm bis 280 cm werden in ihrem Element vorgeführt. Natürlich ist wieder der Bonbon-Flieger für die Kleinen mit einigen Kilogramm Fracht startbereit.

Für das leibliche Wohl sorgt ein Grill- und Getränkestand sowie ein reichhaltiges Kuchen-Buffet.

Zum Tages Gelingen wünschen dieses sich die Modellflieger eine große Zuschauerkulisse und natürlich ideale Wetterbedingungen.

Holger Nowak - letztes Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender des Vereins, blickt für den General-Anzeiger zurück.

 

„Als der Verein am Samstag, den 26. Oktober 1974 von acht Mitgliedern gegründet wurde, begab man sich sofort auf die Suche nach einer geeigneten und passenden Fläche in der Nähe von Dannenberg.

Frei von Stromleitungen und hohen Bäumen. Man fand sie hier in Damnatz, auf der schon einige Mo dellflieger mit Erlaubnis des Eigentümers geflogen sind. Später dann wurde die Fläche von Leo Neumann privat gepachtet.

Modelle wurden in vielen Baustunden selbst aus Holz gefertigt und zusammengebaut. Fertige Modellbausätze gab es nur wenige. Ferngesteuert wurde noch mit Tipp-Anlagen, die in größeren Kästen mitgeschleppt wurden. Bei jedem „Tipp“ gingen die Ruder auf Vollausschlag.

Proportional-Fernsteuerungen kamen als nächstes auf den Markt und waren teuer. Vom Segler über Helikopter bis zum Düsenjet ist alles vertreten: Der Modellflugverein „Schwalbe“ e.V. feiert am Samstag, 6. September in Damnatz sein 40-jähriges Bestehen ab 10 Uhr mit seinem traditionellen Tag der offenen Tür.

 

Tag der offenenTür in Damnatz: Traditionell viele Besucher nutzen das Angebot.

MSV Schwalbe feiert Jubiläum Tag der offenen Tür am Samstag auf dem Flugplatz Damnatz

Damnatz (bv). „Mit denen konnte man die Steuerbewegungen differenzieren - die Größe des Ausschlages an der Steuerung entsprach auch die Größe des Ausschlages am Ruder. Entsprechend sauber und präzise waren die Modelle jetzt steuerbar. Der Modellflug wurde dadurch populär“, erläutert Nowak. Stellt man die Voraussetzungen von damals den Möglichkeiten von heute gegenüber, hat sich der Flugmodellbau erheblich weiterentwickelt. Angefangen bei den Fernsteuerungen, die heute noch genauer steuern und den passenden und störungsfreien Frequenzkanal selbst suchen und die Steuerbefehle übertragen.

Wie sah es bei den Antrieben aus? Holger Nowak berichtet: „Kleine Verbrennungsmotoren als Diesel oder Glühzünder lösten die Preßluft- bzw. CO²-Motoren ab und kamen immer mehr zum Einsatz. Stundenlang wurde manchmal versucht, die Motoren zu starten oder probelaufen zu lassen. Der Treibstoff wurde selbst gemischt, bei den Glühzündern Methanol mit Rizinusöl und bei Diesel wurde Petroleum, 40 Prozent Äther (aus der Apotheke) und Rizinusöl verwendet.

 

Der Elektromotor wurde für Flugmodelle als völlig ungeeignet gehalten, weil die erforderlichen Akkus viel zu schwer waren. Bei den Seglermodellen kam immer ein Gummizugseil zur Anwendung, das quer über den Platz ausgezogen werden musste. Dabei war die Ausgangshöhe selten ausreichend für einen längeren Flug.

Trotzdem war man froh, den ganzen Tag mit Gleichgesinnten in der Natur und an der frischen Luft zu sein, zu fliegen, zu fachsimpeln und nach Verbesserungen im Modellbau zu suchen“.

Als Motoren wurden zwischenzeitlich die 2-Takt und 4-Takt-Verbrennungsmotoren in allen Größen, Boxer-, Wankel-, Sternmotoren, Pulsstrahltriebwerke und Turbinen durch Elektromotoren abgelöst, die erheblich leiser und genauso leistungsfähig geworden sind. Die Weiterentwicklung der Akkus hat dabei erheblichen Anteil gehabt und wird durch die künftige Fahrzeugindustrie noch weitergehen.

Als Baumaterial kam anfänglich vor allem Sperrholz, dünne Kiefernleisten, die selbst angefertigt wurden, und Papier zur Bespannung in Frage.

Die Materialien zum Bau von Modellen haben sich drastisch verändert. Flugmodelle werden heute in großer Zahl weltweit gefertigt und aus verschiedenen Werkstoffen wie GfK, CfK, Balsaholz, Styropor und Depron angeboten. Zum Teil sind sie fix und fertig mit Motor und Fernsteuerung. Das Angebot ist riesig und für jeden, je nach Geschmack und Geldbeutel, ist etwas dabei.

Entsprechend der Entwicklung im Modellbau, hat sich auch unser kleiner Verein entwickelt.

Von der kleinen grünen Wiese, die jeweils mit einem Handmäher gemäht werden musste, wurde das Gelände vom Verein gepachtet und später erworben und eine Schutzhütte gebaut. Entsprechende bauliche und naturschutzrechtliche Belange werden eingehalten und beachtet. Holger Nowak: „Jugendarbeit wird weiterhin groß geschrieben. Jährlich findet eine Ferienfreizeit statt. Den kleinen und großen Anfängern wird jegliche Hilfestellung beim Bau und Betrieb von Flugmodellen gegeben, um Bruch und Enttäuschungen zu vermeiden. Auch wenn heute Computerprogramme den Modellflug am Bildschirm üben lassen, sind es doch die kleinen Dinge am Modell, die richtig gebaut, eingestellt und beachtet werden müssen. Jahrelange Erfahrung und Wissen wird an die Anfänger weitergegeben.“

Auch Düsenjets werden in Damnatz geflogen - am Samstag wird hier das 40-jährige Vereinsbestehen mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.

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