Damnatzer Blühstreifenprojekt floriert

„Nachmachen erwünscht“ – so lautete das Motto beim sechsten Damnatzer Blühfest. Unter den Gästen, die auf dem Feuerwehrübungsplatz am Sonntag zusammengekommen sind, waren neben vielen Damnatzern auch zahlreiche Interessierte von außerhalb. Sie informierten sich bei Kaffee, Bratwurst und Treckerrundfahrten über die Damnatzer Naturschutzprojekte.
Das Projekt „Damnatz blüht auf“ wurde 2020 ins Leben gerufen. Lokale Landwirte und der Gemeinderat stellen seither mehrjährige Ackerflächen für artenreiche Blühstreifen zur Verfügung, um das Insektensterben zu bekämpfen und die Biodiversität zu stärken. Konkret geht es um Blühflächen auf Äckern und das Bepflanzen von Wegrainen. Der Damnatzer Georg Wilhelm ist der fachliche Kopf hinter dem Projekt. Er hat das Konzept ausgearbeitet und die spezielle „Damnatzer Mischung“ zusammengestellt. Dabei wurde darauf geachtet, dass ausschließlich regionales Wildsaatgut verwendet wird, das zu den lokalen Böden passt und heimischen Insekten die bestmögliche Nahrung bietet. Bürgermeister Torsten Schulz, Mitglied des Blühteams, dankte allen, die durch ihre Patenschaften das Blühprojekt möglich machen. Mit einmalig 100 Euro können alle, die das Projekt unterstützen möchten, 100 Quadratmeter Blühfläche auf privaten Äckern für fünf Jahre finanzieren. Mit knapp 300 aktuellen Patenschaften werden derzeit 13 Blühflächen mit drei Hektar Größe realisiert. Im Herbst kommt eine neue, 3.300 Quadratmeter große Fläche dazu. Torsten Schulz rief dazu auf, die 300er-Grenze wieder zu erreichen – und am Abend war die runde Zahl durch neu abgeschlossene Patenschaften tatsächlich wieder überschritten. Einer der neuen Blühpaten ist Jönne Bannöhr, denn Neugeborene im Dorf erhalten eine Patenschaft als Geschenk. Die größeren Kinder fertigten bunte Bilder von Schmetterlingen, Käfern und Libellen. Erwachsene konnten sich an einer Infotafel informieren oder an einer Wildblumen-Präsentation ihre Pflanzenkenntnisse testen. Bei den Treckerrundfahrten im „Blühexpress“ ließen sich Eindrücke von den Blühflächen und aufgewerteten Wegrainen sammeln.
„Auch wenn die Buntheit jetzt durch ein spätsommerliches Aussehen abgelöst wurde, sind die Flächen bei genauerem Hinsehen immer noch blütenreiche Magnete für Wildbienen, Honigbienen und Schmetterlinge und Inseln der Vielfalt zwischen den abgeernteten Feldern“, erläuterte Wilhelm. Finanziert wird das Wegrainprojekt durch den Landkreis und die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung. Beim Blühprojekt gehe es jetzt darum, die Pflanzenvielfalt durch Pflege und, wenn nötig, Neueinsaat auf Teilflächen zu erhalten. Auch bei den Wegrainen, die auf fünf Kilometern Länge durch Wildblumen aufgewertet wurden, mache „die Pflegemahd den größten Aufwand aus und erfordert das richtige Maß zwischen zu viel und zu wenig“.

