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12.05.2020 (online)  77 Blühpatenschaften
23.03.2020 (direkt)  53 Blühpatenschaften
 

 130 gesamt

 

Aufkeimende Saaten und aufkeimende Zuversicht: Ersehnte Regenfälle haben unseren Blühflächen einen positiven kleinen Schub gegeben. Nach der Dürre fielen in den letzten April- und ersten Maitagen in Damnatz insgesamt ordentliche rund 30 mm. Es folgte eine sommerliche trockene Woche und jetzt die Eisheiligen mit kalten, durchwachsenen Tagen, die aber bisher auch fast keinen Niederschlag brachten. Zwischen den sehr spärlichen Pflanzen, die im April aufgelaufen sind, kommen jetzt einige Keimlinge auf, allerdings sehr unterschiedlich, je nach Bodenfeuchte. Wenn diese Entwicklung sich fortsetzt, können wir und die Insekten uns in diesem Jahr schon an einer ganz guten Blüte freuen. Wenn es wieder eine anhaltende Trockenheit geben sollte, muss an Nachsaaten gedacht werden, das aber am zuverlässigsten im Herbst. Daumendrücken und Geduld sind also angesagt!

 

Fertig zum Einzug: Gerhard Brockmann und Wolfgang Schmidtke haben zwei Wildbienen-Nisthilfen gebaut und an zwei unserer Blühflächen aufgestellt (Blühfläche Ortsrand Damnatz Richtung Kamerun und Blühfläche beim Deich nördlich Friedhof). In soliden, überdachten Rahmen sind Holzstücke mit Bohrlöchern in verschiedenen Größen eingebaut. Hier können sich Wildbienen ansiedeln, die auch in der Natur vorhandene Hohlräume wie Käferbohrlöcher in toten Bäumen nutzen. Angeboten wird aber auch Lehm für Wildbienen, die Steilwände bewohnen.

   

Gleich nach dem Aufstellen hat das erste Wildbienen-Weibchen, eine Rostrote Mauerbiene, das Angebot entdeckt und mit dem Bau und der Versorgung von Brutzellen begonnen. Willkommen!

 

Das linke Bohrloch ist schon fertig versorgt. Der rechte Nistplatz ist noch in Arbeit. Linkes Bild: Die Biene geht zuerst mit dem Kopf voran hinein und würgt den Nektar aus. Rechtes Bild: Dann geht geht sie noch einmal rückwärts hinein, um den Pollen, den sie an ihrer Bauchbürste gesammelt hat, abzustreifen. In solchen Bohrgängen werden die Brutzellen in Linie hintereinander angelegt. Jede Brutzelle wird mit einem Futtervorrat aus Pollen und Nektar verproviantiert und mit einem Ei versehen. Am Ende wird der Eingang mit Lehm zugemauert.

 

Jede/r kann auch auf dem eigenen Grundstück Nisthilfen anlegen, indem an sonniger, geschützter Stelle waagerechte Schilf- oder Bambushalme oder angebohrte Holzstücke angebracht werden. Hinweise, was dabei zu beachten ist, gibt z.B. eine Broschüre Gefährdete Wildbienen - Nisthilfen bauen und Lebensräume schaffen.

Fotos: Georg Wilhelm

 

Für unsere Blühflächen war der erste Monat seit der Aussaat leider überhaupt keine gute Zeit. Außer kurzem Schneefall am Anfang und etwas Regen am zweiten Aprilsonntag kam kein Niederschlag. Viel Sonne und Wind trockneten die oberen Bodenschichten extrem aus. Noch nie gab es in Nordost-Niedersachsen auch eine derart hohe Waldbrandgefahr schon im April.

Entsprechend ist der Zustand unserer Einsaaten. Durch die Dürre ist auf den Blühflächen nur sehr wenig gekeimt, und dann auch fast nur die Kulturpflanzen wie Phacelia, Sonnenblume, Weißer Senf, Buchweizen, Borretsch und Inkarnat-Klee. Die Pflänzchen stehen meist sehr vereinzelt, oft nur 1 bis 3 Stück pro m², also viel zu wenig.

Einige Blühflächen wurden schon beregnet, zum Teil auch durch Initiative von Blühpaten auf Nachbargrundstücken, und sehen etwas besser aus. Das ist aber nicht überall möglich und es ist auch mit Beregnung schwer, gegen die Trockenheit anzukommen,

Ab heute Abend ist nun für einige Tage Regen angesagt. Wir werden sehen, ob es nur eine kurze Verschnaufpause wird oder ob unsere Einsaaten jetzt richtig „durchstarten“ können. Unsere Hoffnung ist natürlich letzteres und dass Petrus jetzt auch eine Blühpatenschaft übernommen hat.

Auf Teilflächen, auf denen die Saat wetterbedingt nicht aufgeht, könnte im Herbst nachgesät werden. Die Chancen sind dann normalerweise recht gut. Wir sind aber optimistisch, dass wir keinen solchen „Plan B“ brauchen.

Blühfläche in Staub-Grau: Müsste jetzt eigentlich von gekeimten Pflänzchen grün schimmern.

 

Hier kommt schon so manches, braucht nun aber Regen

Fotos: Georg Wilhelm

 

In den letzten Wochen konnte ein seltener Schmetterling, der „Große Fuchs“, einige Male in Damnatz beobachtet werden. In der niedersächsischen Roten Liste der gefährdeten Schmetterlinge steht dieser Falter in der höchsten Gefährdungskategorie „Vom Aussterben bedroht“. Im Wendland scheint sich sein Bestand aber etwas erholt zu haben. In einem Portrait dieser Art im Kiebitz schreibt der Schmetterlingskenner Martin Gach, dass der Große Fuchs hier inzwischen wohl häufiger ist als sein ehemals massenhaft vorkommender kleinerer Bruder, der „Kleine Fuchs“. Das schien bisher jedoch nicht für Damnatz zu gelten. Jetzt ist er aber da und ist damit die 40. Tagfalterart, die im Dorf seit dem Jahr 2000 gesichtet wurde.

Der Große Fuchs überwintert als Falter und kann deshalb schon sehr früh im Jahr beobachtet werden. Nach dem Erwachen stärkt er sich zunächst unter anderem an Kätzchen von frühblühenden Weiden wie der Sal-Weide. Seine Raupen entwickeln sich an Bäumen. Hier legt das Weibchen etwa Anfang Mai ringförmige Eigelege um Zweige. Die wichtigste Raupennahrungspflanze scheint die Sal-Weide zu sein, aber auch Zitter-Papeln, Ulmen, Birnen und Kirschen werden angenommen.

Für den Großen Fuchs, wie für recht viele andere Arten, könnte es in Zukunft günstig sein, dass wir in unserem Projekt Sal-Weiden gepflanzt haben und dass zwei Bäume dieser Art auch am Rand der Blühflächen in Höhe „Achter Höfe“ stehen.

Der Große Fuchs auf einem Birnbaum in Damnatz (5. April)

Der bekanntere Kleine Fuchs zum Vergleich. Ein Unterscheidungsmerkmal, außer der Größe, ist die große dunkle Fläche auf den Hinterflügeln, die dem Großen Fuchs fehlt. Am Flügelrand hat der Kleine Fuchs eine schöne blaue Punktreihe, die beim Großen Fuchs nur auf den Hinterflügeln vorhanden ist.

Fotos: Georg Wilhelm

Wir haben jetzt auf der Mehrzahl der Blühflächen unsere Blühmischung ausgesät. In den letzten Tagen war noch geeggt worden, um ein günstiges Saatbett zu schaffen. Jetzt muss noch gewalzt werden und auch die letzten fehlenden Flächen sind noch zu bearbeiten. Nun ist zu hoffen, dass der Niederschlag, der in dieser Woche für einzelne Tage angesagt ist, auch wirklich kommt. Der angesagte Frost dürfte den noch nicht gekeimten Samen nichts ausmachen. Und bei aller Liebe zur Frühlingssonne sollte es auch in den Wochen danach nicht allzu trocken sein.

Die Aussaat von Wildpflanzensamen ist durchaus knifflig, denn die meisten Arten sind Lichtkeimer, deren Samen nicht tief in den Boden eingearbeitet werden dürfen. An der Oberfläche trocknen sie aber schnell aus. Deshalb säen wir jetzt, um die Bodenfeuchte auszunutzen, solange diese noch vorhanden ist und um den angesagten Regen „mitzunehmen“. In den letzten Jahren gab es oft ein sehr trockenes Frühjahr, was für die Saat überhaupt nicht gut wäre.

Eine echte Herausforderung ist auch die richtige Einstellung der Drillmaschine. Zwar gibt es vom Hersteller vorgeschlagene Einstellungen z.B. für „Roggen“, „Weizen“ oder „Raps“, aber leider nicht für „Mischung aus 60 Wildpflanzen- und Kulturpflanzen-Blumensamen mit teils großen, teils extrem feinen Samengrößen, hochgemischt mit Maisschrot“. Das erfordert viel Justieren und Testen, Nachjustieren und wieder Testen, denn das Saatgut muss in der exakten Menge auf der Fläche verteilt werden. Wenn es verbraucht wäre, bevor alle Blühflächen bestellt sind, könnte es nicht einfach kurzfristig nachbestellt werden. Auch die Einstellung der Striegel, die die Samen mit Erde bedecken, ist eine schwierige Entscheidung. Die Lichtkeimer-Samen sollen nahe der Oberfläche bleiben, aber auch nicht ganz als sehr teures Vogelfutter auf dem Präsentierteller liegen. Wir haben uns die beste Mühe gegeben und hoffen, dass es gut ist und gelingt.

P.S.: Heute (29.3.) regnet es. Guter Anfang...   smile

 Henning Harms bei der Aussaat der Blühmischung (Foto: Georg Wilhelm)

 

Noch konnten wir unsere Blühmischung nicht einsäen, weil die Felder wegen Nässe nicht befahrbar waren, aber Ende März ist es voraussichtlich so weit.

Bis dahin haben wir jetzt aber schon etwas für Wildbienen und andere Insekten getan und vier Salweiden gepflanzt, zwei am Ortsrand in der Nähe der Blühfläche an der Rosenstraße und zwei am Rand einer Waldbucht im Bereich des ehemaligen Grüngutplatzes. Unter den Sträuchern und kleinen Bäumen ist die Salweide wohl die Art mit der größten Bedeutung für die Insektenvielfalt. Viele Wildbienenarten wie z.B. die Weiden-Sandbiene sammeln Pollen für ihre Brut ausschließlich an Weidenblüten. Die Salweide ist eine besonders früh blühende Weidenart und bietet den spezialisierten Wildbienen, wenn sie die Nester verlassen, sofort Nahrung. Aber auch Honigbienen und andere Arten nehmen das frühe Angebot dankbar an. Auch von den Blättern leben viele Tierarten, z.B. die in Damnatz gelegentlich zu beobachtenden gefährdeten Schmetterlingsarten Trauermantel und Schwarzes Ordensband. Da aber auch das Wild Salweiden absolut lecker findet, mussten die kleinen Jungbäume sehr gut mit einem großen Zaun geschützt werden. Wenn sie gut angehen, werden sie im nächsten Frühjahr aber wohl schon ein ordentliches Format haben und zur Blüte kommen. Die Pflanzen sind ein Geschenk des Landschaftspflegeverbands Wendland-Elbetal.

Am Rand von drei Blühflächen haben wir außerdem Erdhügel angelegt, um Wildbienen zu fördern. Die Mehrzahl der Wildbienen nistet im Boden und ein Teil von ihnen bevorzugt dabei Steilwände, zum Beispiel die Frühlings-Pelzbiene, die zur Zeit schon fliegt. Wenn der Boden sich gesetzt hat, werden die Südseiten mit einem Spaten senkrecht abgestochen. Wir hoffen dann auf eine gute Besiedlung.

 Fotos: Georg Wilhelm