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Unsere Gemeinde blüht auf!

Wir, die Gemeinde Damnatz, starten das Projekt „Blühstreifen in und um Damnatz“.

Wer macht mit?

Ins Leben gerufen wurde das Projekt von einigen Landwirten aus der Gemeinde und vom Gemeinderat. Der Gedanke ist, Flora und Fauna zu unterstützen, aber auch etwas gemeinschaftliches auf die Beine zu stellen.

Dieses Projekt ist sowohl für die Gemeindemitglieder gedacht als auch für jede/n, der/die von außerhalb kommt. Jede/r kann etwas dazu beitragen.

Dabei beteiligen sich bereits fünf der ortsansässigen Landwirte (Andreas Piehl, Henning Harms, Horst Seide, Manfred Scheidel und Jan-Hendrik Baack), indem sie die benötigten Flächen zur Verfügung stellen, diese entsprechend vorbereiten und die Aussaat und Pflege übernehmen.

Außerdem konnten wir die heimischen Imker/innen für uns gewinnen. Stefanie Pouwels, Jörg Kresin, Helmut Janssen und Jürgen Kehler setzen ihre Bienen zur Honiggewinnung ein. Da es ebenfalls Ziel des Projekts ist, die Wiederansiedlung der schwarzen Heidebiene, einer vom Aussterben bedrohten Honigbienenrasse, zu fördern, werden unsere Imker/innen uns bei der Pflege einiger solcher Völker unterstützen.

Blühpat/inn/en gesucht!

Der Aufwand für das Gemeinschaftsprojekt soll auf viele Schultern verteilt werden. Wer es unterstützen will, kann die Kosten für Anteile von 100 m² in Höhe von 20 € im Jahr übernehmen. Da das Projekt fünf Jahre laufen soll, werden jeweils 100 € gebraucht. Unser Ziel ist, in diesem Jahr mindestens 100 „Blühpat/inn/en“ zu finden und so mindestens einen Hektar auf verschiedenen Ackerflächen am Rand von Damnatz, Barnitz und Landsatz erblühen zu lassen. Maximal könnten vier Hektar zur Verfügung gestellt werden.

Aktuell: Inzwischen sind erfreulicherweise über 100 Patenschaften übernommen worden. Allen, die mitmachen, einen herzlichen Dank! Wir hoffen noch bis zur Aussaat, die wegen der Nässe jetzt noch nicht möglich ist, 130 Patenschaften zu erreichen und auf 1,3 Hektar zu kommen. Ergänzend soll es eine Blühfläche an der Rosenstraße geben, so dass wir 2020 auf knapp zwei Hektar kommen könnten. Auch später können noch Patenschaften übernommen werden; diese würden dann 2021 starten.   

Als kleinen Dank erhalten die Unterstützer/innen einmal im Jahr ein Erzeugnis aus dem Projekt. Im ersten Jahr wird es ein Glas Honig sein. Mit Veranstaltungen und über Informationen per Homepage wollen wir gemeinsam die Entwicklungen auf den Blühflächen begleiten.

Unsere Blühstreifen sollen artenreich werden

Auf vielen Äckern sieht man, dass von Landwirten Blühflächen angelegt werden. Das ist gut für blütenbesuchende Insekten, denn jeder Beitrag ist wichtig. Allerdings werden meist nur wenige blühende Kulturpflanzen ausgesät, die sich schnell und unproblematisch entwickeln. Das hilft fast nur den Honigbienen und wenigen anderen häufigen Arten, die hier relativ kurz Nahrung finden. Unser Ziel ist es aber, möglichst vielen, und besonders auch den seltenen Insektenarten, zu helfen und damit die Artenvielfalt zu erhalten.

Die Blühflächen sollen deshalb mit einer Saatmischung vor allem mit vielen verschiedenen Wildblumen angelegt werden. Die fertigen, im Handel erhältlichen Mischungen sind allerdings nicht optimal, da sie Arten enthalten, die für den Damnatzer Raum untypisch sind und /oder auf den hiesigen Böden nicht (gut) wachsen können und andererseits einige (wichtige) Arten fehlen, die für Insekten in unserer Gegend von Bedeutung sind. Daher wurde beschlossen, eine angepasste Mischung zusammenzustellen.

Dabei haben wir ebenfalls Unterstützung erhalten. Der Damnatzer Georg Wilhelm beschäftigt sich seit über 30 Jahren intensiv mit dem Thema Naturschutz und war daher unsere erste Wahl als Ansprechpartner. Er hat bei unserer speziell angepassten Saatmischung darauf geachtet, dass die vorhandenen Insektenarten möglichst gut versorgt werden, die Pflanzen aber auch zu den Bodenverhältnissen passen.

Da die Wildblumen in unserer speziellen Blühmischung ausschließlich heimische Arten sind, die auch aus regionaler Herkunft stammen, ist die Mischung mit dem Gütesiegel „Regiosaatgut“ zertifiziert. Laut dem Bundesnaturschutzgesetz dürfen ab dem Jahr 2020 nur solche Wildpflanzen in der freien Landschaft ausgesät werden.

Mehrjährige Blühflächen können mehr

Übliche Blühflächen werden im Frühjahr eingesät, blühen im Sommer und werden im Herbst oft schon wieder umgepflügt. Wir haben uns dazu entschieden, stattdessen mehrjährige Blühflächen anzulegen. Das hat mehrere Gründe.

In den kurzlebigen Blühflächen können nur relativ wenige kurzlebige Pflanzenarten existieren. Viele Insekten haben sich aber auf bestimmte mehrjährige Wildblumenarten spezialisiert, die sich in einer Vielzahl auf unseren Blühflächen entwickeln können. Insektenvielfalt braucht Pflanzenartenvielfalt.

Ein Vorteil ist auch, dass während der gesamten Vegetationszeit etwas blüht und blütenbesuchende Insekten Nahrung finden.

Die mehrjährigen Blühflächen dienen aber nicht nur als Nahrungsquelle, sondern liefern auch einen Lebens-, Entwicklungs- und Rückzugsort für zahlreiche Insekten, Vögel, Kleintiere und Niederwild. Zusätzlich wird vielen Insekten ein Winterquartier zur Verfügung gestellt, welches sie ohne Gefahr nutzen können, da die jährliche Bodenbearbeitung entfällt.

Außerdem sorgen sie gleichzeitig als natürliche Schädlingsbekämpfung für die angrenzenden Felder, da beispielsweise viele Schwebfliegen-Arten, die auf den Blüten Nahrung finden, eine Vorliebe für Blattläuse haben.

Unsere Blühflächen werden sich wandeln

Die Mischung enthält sowohl zwei- oder mehrjährige Wildpflanzen, als auch einjährige. Außerdem sind für den Start auch Kulturpflanzen eingemischt.

Obwohl die einjährigen Pflanzen nur im ersten Jahr dominieren, sind sie in dieser Mischung trotzdem wichtig, da sie schnell Blüten bieten. Außerdem sorgen sie anfangs für eine dichte Bodendeckung und unterdrücken Problemkräuter.

Ab dem zweiten Jahr stehen dann die zweijährigen und ein Teil der mehrjährigen Wildpflanzen im Vordergrund. Viele mehrjährige Pflanzen haben eine langsame Entwicklung und entfalten sich daher erst ab dem dritten Jahr.

Manches wird für alle Beteiligten etwas ungewohnt sein. Die Aussaat von mehrjährigen Wildblumen ist anspruchsvoll und erfordert andere Arbeitsweisen als üblich. Bei der Pflege wird es sinnvoll sein, zum Schutz der Insekten grundsätzlich nur kleinere Teilflächen zu mähen, was aufwendig werden kann. Für die Betrachter/innen könnte es gewohnheitsbedürftig sein, dass manche Bereiche vielleicht scheinbar „unordentlich“ wirken. - Vor allem hoffen wir aber auf eine ungewohnt hohe Artenvielfalt!

Wie geht es weiter?

Die Vorbereitungen laufen bereits und die Aussaat findet, je nach Wetter, im März oder April statt.

Unter dem Punkt „Aktuelles“ informieren wir Euch regelmäßig über den Stand des Projekts und über die bereits entdeckten Insekten- und Pflanzenarten.